Ausstellung ausgemusterter Dampflokomotiven in den späten 60er-Jahren

Besuch in Schwerte 1968: Fast ein Museum

Traditionsbewussten Mitarbeitern des damaligen DB-Ausbesserungswerkes Schwerte ist eine kurzfristige Ausstellung ausgemusterter Dampflokomotiven in den späten 60er-Jahren zu verdanken, die bis heute unvergessen bleibt. Leider gelang es aber nicht, die herrliche Loksammlung der 60er-Jahre im AW Schwerte zu retten.
01 mit DB-Neubaukessel: Vom Bw Nürnberg kam 01 177 nach Schwerte © Friedhelm Ernst
01 mit DB-Neubaukessel: Vom Bw Nürnberg kam 01 177 nach Schwerte.

Unter der Federführung des bekannten und bahnbegeisterten Manfred van Kampen war es gelungen, nicht weniger als 15 schrottreife Maschinen über zum Teil große Entfernungen zusammen zu holen, nicht zuletzt in der stillen Hoffnung, wenigstens das eine oder andere Exemplar vor dem Schneidbrenner bewahren zu können.

Leider blieb es bei der guten Idee

Ohne jede öffentliche Vorabinformation verbreitete sich die Nachricht blitzschnell und ermöglichte so manchem Interessenten von der repräsentativen Auswahl Abschied zu nehmen. Denn tief im Inneren war allen klar: Eine betriebsfähige Aufarbeitung war in jener Zeit im Zeichen des Abschieds vom Dampf bei der Deutschen Bundesbahn undenkbar.

Mir selbst gelang es mit Hilfe von Freunden, bei zwei Besuchen am Ende des Jahres 1968 die Ausstellung zu sehen und bildlich zu dokumentieren.

Auch die 55 5041 stand damals im AW, gehörte aber nicht zum Kreis der Museumskandidaten.

Auch die 55 5041 stand damals im AW, gehörte aber nicht zum Kreis der Museumskandidaten.

Da war sogar noch die Farbe recht frisch: 38 3479 mit kurzem Schlot und Witte-Blechen.

Da war sogar noch die Farbe recht frisch: 38 3479 mit kurzem Schlot und Witte-Blechen.

Manfred van Kampen und einige eingeweihte Männer der Bundesbahn hatten wohl vor, in den dafür hervorragend geeigneten Anlagen des AW, dessen Auflösung sich abzeichnete, ein Museumeinzurichten.

Die Geschäftsführende Direktion im Werkstättenwesen (GDW) Essen hatte offenbar nichts dagegen. Doch dann wurde Schwerte der GDW Köln angegliedert. Auch in Hohenbudberg (dort 56.20, 55.25, 91.3 sowie 92.5) standen jede Menge Dampfloks herum, die man noch nach Schwerte umsetzen wollte.

Daraus wurde nun nichts mehr. Die Kölner Direktion reagierte mit einem kategorischen Nein! Nach und nach verschwanden die Loks im Hochofen. Nur die 89 801 und die preußische T 3 konnten gerettet werden. Eine zweite T 3, die Werklok 2 des AW Schwerte, blieb ebenfalls erhalten.

Zerlegt im Juli 1970: die erste Lokomotive der Einheits-Tenderlokbaureihe 64.

Zerlegt im Juli 1970: die erste Lokomotive der Einheits-Tenderlokbaureihe 64.

Die Loks in Schwerte 1968

Lok letzte Beheimatung
01 177 Bw Nürnberg
03 197 Bw Bremen
03 1013 Bw Hagen-Eckesey
17 218 Bw Troisdorf
38 3479 Bw Wanne-Eickel
41 297 Bw Duisburg-Wedau
55 4142 Bw Duisburg-Wedau
55 5041 ?
62 003 Bw Krefeld
64 001 Bw Ulm
78 126 Bw Wuppertal-Vohwinkel
86 491 Bw Wuppertal-Vohwinkel
89 801   Bw Weiden
89 7531 Aw Schwerte
94 816 Bw Wuppertal-Vohwinkel

 

Ein Artikel aus LOK MAGAZIN 11/15.

 

TEXT und ALLE FOTOS: Friedhelm Ernst
Weitere Themen aus dieser Rubrik

Altbau-Elloks in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz: Einsatz im Südwesten

Ganz unterschiedlich verlief der Einsatz der Altbau-Elloks im Südwesten des Bundesbahn-Netzes. Während Baden-Württemberg lange Jahre mit regem Betrieb glänzte, hatten... mehr >

Das könnte Sie auch interessieren